Elias bierdel

Revolution in Nordafrika - und Europa macht dicht?
Zur Kritik der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik
Mit: Elias Bierdel

«Stabilität» - mit dieser Parole verteidigte die europäische Politik lange Zeit ihre unterstützende Politik gegenüber den Diktaturen in Ägypten, Tunesien und Libyen. «Stabilität» - das bedeutete nicht zuletzt die Abwehr von Flüchtlingen. Durch Untersützung beim Ausbau des dortigen Grenzschutzes, durch Rücknahmeabkommen für nach Europa gelangte Flüchtlinge und die Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX wurden die Länder zu einem integralen Bestandteil eines vorverlagerten Grenzregimes, mit dessen Hilfe die Staaten der EU versuchen, Europa «dicht zu machen» - dicht vor Menschen in Not, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind. An dieser Politik hat sich bisher nichts geändert. Entsprechend hohl klingt die plötzlich bekundete Freude über die demokratischen Revolutionen in Ägypten, Tunesien und Libyen. Die Politik der Flüchtlingsabwehr soll weiter gehen.

Elias Bierdel kennt die unmenschliche Praxis der Flüchtlings- und Migrationspolitik in Europa aus seiner eigenen Praxis. Als Vorsitzender der Hilfsorganisation Cap Anamur war er auf dem Schiff, das im Jahr 2004 37 afrikanische Flüchtlinge aus Seenot gerettet und in Sizilien an Land gebracht hatte. Als Reaktion auf diese Rettungsaktion wurden er und die Besatzung des Schiffes wegen «Schlepperei» und «Beihilfe zu illegaler Einreise» angeklagt, mit 4 Jahren Haft bedroht und - glücklicherweise - freigesprochen.

Elias Bierdel wird in seinem Vortrag über die Abschottungspolitik der EU und der europäischen Staaten und über seine persönlichen Erfahrungen im Kampf für eine humanitäre Flüchtlings- und Migrationspolitik in Europa berichten.

Elias Bierdel hat über die Ereignisse auf der Cap Anamur das Buch «Ende einer Rettungsfahrt» (Verlag Ralf Liebe, 2006) geschrieben. Er ist Gründungsmitglied und Vorstand der Organisation «Borderline-Europa - Menschenrechte ohne Grenzen», die es sich zum Ziel gesetzt hat, die zahlreichen Flüchtlingsdramen an den Außengrenzen der EU zu dokumentieren und sich für eine humanitäre Flüchtlingspolitik zu engagieren. Im November 2010 erhilet er den Blue Planet Award der ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie in Berlin.

Kontakt

RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

Eintritt: 4 Euro

Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Stuttgart

Zeitraum

21.10.2011, 18:00 Uhr - 21.10.2011, 20:00 Uhr

Adresse

VHS / TREFFPUNKT Rotebühlplatz, Theodor-Bäuerle-Saal
Rotebühlplatz 28
70173
Stuttgart
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag/Diskussion

Themenkategorien

Globalisierung / Entwicklung / Migration

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/43880

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