Viktors kopf

Urgroßvater Viktor sei verschollen, so lautete die Familiensaga jahrzehntelang. Niemand hatte eine Ahnung, was eigentlich mit ihm passiert war. Intensives Nachfragen vor ein paar Jahren brachte die schreckliche Wahrheit ans Licht.

Gegen das Familientabu und eigene Ängste nimmt Regisseurin Carmen Eckhardt den Kampf auf, die Hintergründe seines Schicksals aufzudecken: Georg Viktor Kunz wurde von den Nazis enthauptet, weil er im Widerstand gegen das Hitlerregime eine tatkräftige Rolle spielte.

Die Recherchen der Urenkelin entwickeln sich zu einer teils erschütternden, teils abstrusen Odyssee durch deutsche Amtsstuben und Gerichte, in Archive und Museen, in ein Anatomisches Institut und zu einem Gräberfeld. Anhand von Fotos, Dokumenten und Briefen werden Spuren von Viktors vergessener Geschichte aufgedeckt.

«Viktors Kopf» erzählt schonungslos, persönlich und emotional eine Zeitreise zwischen NS-Vergangenheit und Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit, in der die Grenzen sich in manchen Momenten zu verwischen scheinen und der Mut der Widerstandskämpfer heute noch für Verwirrung und Abwehr sorgt. Es geht um den lebensbedrohlichen Mut von damals und den Mut, den es heute braucht, ein Tabu zu brechen und die Verbindung zur eigenen Geschichte zu suchen. Am Ende der Reise ist die Regisseurin der Wahrheit über Viktor, ihrer Familiengeschichte und sich selbst näher gekommen.

Auf der Suche nach den Spuren ihres Urgroßvaters dokumentiert Carmen Eckard auch die verhängnisvolle Geschichte der Tübinger Anatomie und des Gräberfeld X auf dem Tübinger Stadtfriedhof.

 

Zeitraum

13.03.2016, 11:30 Uhr - 13.03.2016, 13:30 Uhr

Adresse

Kino Arsenal
Am Stadtgraben 33
72070
Tübingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Film

Themenkategorien

Antifaschismus

Website

http://www.bawue.rosalux.de/event/55227

iCal Format

in iCal Format herunterladen