Strategische einbindung

Welche Antworten finden die Sozialen Bewegungen darauf?

Wo Protest ist, wird immer mehr Einbindung. Neben repressiven Mitteln der Durchsetzung umstrittener Projekte setzen Regierungen und Konzerne zunehmend auf sog. Runde Tische, Dialoge, Schlichtungen (wie im Fall von Stuttgart21) oder welch´ wohlklingende Begriffe auch immer gewählt werden.

Im April diesen Jahres setzte der Bundestag zur Befriedung und «Lösung» des Konflikts um die Atommüll-Endlagerung eine Kommission ein, in der nach anfänglicher Weigerung der BUND und die Deutsche Umweltstiftung nun doch mitmachen; und auch beim umstrittenen USA-EU Handelsabkommen (TTIP) schlägt Wirtschafts- und Energieminister Gabriel neuerdings einen Beirat vor, um den sich artikulierenden Unmut von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden und anderen Bevölkerungskreisen aufzufangen.

Kennzeichnend ist, dass diese Gremien nichts entscheiden (dürfen), sie werden eingesetzt, um politisch gewünschte Entscheidungen zur Akzeptanz zu verhelfen und sie zu legitimieren. So wie beim Schlichtungsverfahren zu S21, als am Ende der Protest und Widerstand in seiner - vorher großen - Wirksamkeit praktisch ausgehebelt war und wie ohne Berechtigung zum Weitermachen dastand.

Wie kommt es zu solchen Wendungen? Was sind die Mechanismen, wie funktioniert Einbindung?

Warum lassen sich Organisationen und Gruppen aus den Sozialen Bewegungen auf Einbindung ein? Sind die Fallen des Mitmachens zu umgehen oder schliddert, wer teilnimmt, unweigerlich hinein?

Vor welchen Herausforderungen stehen die Sozialen Bewegungen angesichts der Cleverness der Eliten und einer heterogenen Bewegungslandschaft?

Können wir uns gegen die Strategische Einbindung überhaupt wehren?

Bernd Sahler hat zusammen mit Michael Wilk im Frühjahr 2014 das Buch «Strategische Einbindung. Von Mediationen, Schlichtungen, Runden Tischen ... und wie Protestbewegungen manipuliert werden» herausgeben (http://www.edition-av.de/buecher/strategische_einbindung.html).

In seinem Vortrag wird er den genannten Fragen nachgehen, strategische Einbindung erläutern und eine Menge Stoff für die Diskussion liefern.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Franz.K Reutlingen und ver.di Fils-Neckar-Alb.

Foto: Quelle: Verlag Edition AV

 

Zeitraum

07.10.2014, 20:00 Uhr - 07.10.2014

Adresse

Kulturzentrum franz.K
Unter den Linden 23
72762
Reutlingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag / Diskussion

Themenkategorien

Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.bawue.rosalux.de/event/51721/runde-tische-mediationen-schlichtungen-strategische-einbindung-als-sanftes-herrschaftsinstrument.html

iCal Format

in iCal Format herunterladen