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Am 22. September wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. In vielerlei Hinsicht spielt in den Wahlkampfauseinandersetzungen die Frage nach sozialer Gerechtigkeit eine wichtige Rolle. Dass es um diese nicht zum Besten bestellt ist, zeigte der in diesem Jahr veröffentlichte 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Der Bundesregierung waren die Ergebnisse so unangenehm, dass sie in die Veröffentlichung intervenierte, um die (schlechte) Wirklichkeit in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Am Tatbestand, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter geöffnet hat, ändert dies freilich nichts. Und es ändert auch nichts daran, dass diese zunehmende soziale Drift von immer mehr Menschen als problematisch empfunden wird.

Den Medien kommt eine wesentliche Rolle im demokratischen Prozess zu. Sie sollen Sachverhalte aufklären, Informationen verbreiten, Problemlagen thematisieren und politisches Handeln mit den Meinungen und Stimmungen in der Bevölkerung konfrontieren. Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, inwieweit sie dieser Rolle im vielleicht wahlentscheidenden Themenfeld soziale Gerechtigkeit gerecht geworden sind. Dabei geht es nicht um eine enge Betrachtung des Wahlkampfes als vielmehr um eine Langzeitbetrachtung des Zeitraumes zwischen 2008 und 2013.

Für diesen Zeitraum haben Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt die Berichterstattung führender Medien vom SPIEGEL bis zur FAZ einer detaillierten Analyse unterzogen und geben Antworten auf die Frage, ob und wie der Journalismus die gesellschaftlichen Veränderungen beurteilt, die unter Stichworten wie Reichtumsexplosion, Verarmung, Prekarisierung, soziale Ungleichheit in den öffentlichen Debatten und Meinungsumfragen zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Redet der Journalismus die neue soziale Ungleichheit klein oder groß? Analysiert er ihre Ursachen, bleibt er dran, konfrontiert er Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik mit den offenen Problemen, drängt er auf Antworten?

Wolfgang Storz präsentiert die Ergebnisse der gemeinsam mit Hans-Jürgen Arlt im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung erarbeiteten Studie, die jüngst unter dem Titel «Portionierte Armut, Blackbox Reichtum. Die Angst des Journalismus vor der sozialen Kluft» publiziert wurde. Wolfgang Storz arbeitet als Publizist, Medien- und Kommunikationsberater. Er war mehr als 20 Jahre Redakteur von metall und Medienberater bei der IG Metall, von 2000 bis 2006 erst stellvertretender Chefredakteur und dann Chefredakteur der Frankfurter Rundschau. Die Studie lässt sich von der Homepage der RLS herunterladen oder sie kann kostenfrei unter bestellung@rosalux.de bestellt werden.

Kontakt:
RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

Foto: Ines Seidel, flickr / CC BY-NC-SA 2.0

Zeitraum

12.09.2013, 19:00 Uhr - 12.09.2013

Adresse

RLS Regionalbüro
Ludwigstr. 73a
70176
Stuttgart
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

-

Themenkategorien

Soziales / Arbeit
Bildung / Familie / Gesundheit
Medien / Digitales

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/49033/reichtum-und-armut-in-den-medien.html

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