Wachstum

Ökonomie ohne Wachsumszwang - ein Wunschtraum?
Mit: Prof. Christoph Deutschmann, Dr. Rainer Land

Die Wirtschaft muss wachsen, damit Arbeitsplätze geschaffen und «unser Wohlstand» bewahrt werden kann - so hören wir es von PolitikerInnen aller Parteien und JournalistInnen jeder Couleur. Diese Annahme wird jedoch in Frage gestellt. Können wir uns «mehr Wachstum» angesichts von ökologischer Krise und Ressourcenkrise überhaupt noch leisten? Und ist «mehr Wachstum» überhaupt gleichbedeutend mit «mehr Wohlstand»? Oder ist es umgekehrt so, dass nur durch Wachstum die ökologische und andere Krisen solidarisch überwunden werden können?

Bevor die Frage beantwortet werden kann, ob weiteres Wachstum wünschenswert ist, und wenn ja, in welcher Form, ist zu fragen, ob ein Abbremsen der Wirtschaftsdynamik oder gar der Verzicht auf Wachstum im Rahmen des Kapitalismus überhaupt möglich ist. Muss, wer Verzicht auf Wirtschaftswachstum sagt, auch Überwindung des Kapitalismus sagen? Und angenommen, es gelänge, Mehrheiten für eine «Gesellschaft jenseits des Wachstums» zu gewinnen, wodurch würde sich eine solche Gesellschaft auszeichnen, welche Mentalitäten und Lebensweisen wären in ihr vorherrschend? Wäre eine «Gesellschaft jenseits des Wachstums» eine «stationäre Gesellschaft» oder ist ein Regime wirtschaftlicher Entwicklung möglich, das den Verzicht auf Wachstum mit einer gesteigerten Innovationsdynamik verbindet?

Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Prof. Christoph Deutschmann und Dr. Rainer Land diskutieren. Christoph Deutschmann lehrte bis 2010 Soziologie an der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Industrie-, Wirtschafts- und Geldsoziologie. Er vertritt die These, dass die Entwicklung des Kapitalismus an einem Punkt angekommen sei, an dem die ihm immanente Dynamik zum Stillstand gekommen sei und es heute darum gehe, «sich auf eine neue Lebensform und Verfassung umzustellen, in der die Wirtschaft nicht mehr wachsen und dem Goldenen Kalb nachjagen muss». Rainer Land ist Sozialwissenschaftler beim Thünen-Insitut für Regionalentwicklung e.V. Seine Arbeiten sind durch den Versuch gekennzeichnet, die Umbrüche der Gegenwart unter Rückgriff auf evolutionstheoretische (Niklas Luhmann) und entwicklungstheoretische (Joseph Schumpeter) Annahmen auf den Begriff zu bringen.

Kontakt

RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturzentrum franz.K

Zeitraum

28.11.2011, 20:00 Uhr - 28.11.2011, 22:00 Uhr

Adresse

Kulturzentrum franz.K
Unter den Linden 23
72762
Reutlingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag/Diskussion

Themenkategorien

Ökonomie / Finanzen

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/44020

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