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Solidaritätsarbeit der Roten Hilfe e.V. heuteDie Rote Hilfe Deutschlands war schon in der Weimarer Republik eine große linke Solidaritätsorganisation, die 1932 fast eine Million Mitglieder umfasste. Auch wenn die RHD der KPD nahestand, gab es auch zahllose sozialdemokratische, parteilose oder auch anarchistische Menschen in ihren Reihen. Mit großen Amnestie- und Freilassungskampagnen - etwa für Erich Mühsam oder Max Hoelz - trat die RHD politisch in Erscheinung. Bei Gerichtsprozessen nach Demonstrationen oder nach Auseinandersetzungen mit Nazis bezahlte die Rote Hilfe Anwälte für die angeklagten Linken, unterstützte die politischen Gefangenen und versorgte ihre Familien mit Geld und Lebensmitteln.

Im Frühjahr 1933 wurde die Rote Hilfe von den Nazis verboten, doch die Solidaritätsarbeit war nötiger denn je. Weiterhin wurden von RHD-AktivistInnen Spenden und Beiträge gesammelt, um die zahllosen KZ-Häftlinge und ihre Angehörigen zu unterstützen. Verfolgte AktivistInnen und untergetauchte FunktionärInnen mussten mit illegalen Quartieren versorgt oder über die Grenze ins Ausland gebracht werden. Der Bezirk Württemberg unterhielt über die Grenze zur Schweiz intensiven Kontakt zur RHD-Auslandsstelle in Zürich.

Nach der Befreiung geriet die Widerstandsarbeit der Roten Hilfe in Vergessenheit. Bis heute wird ihre Arbeit oft der KPD subsumiert.

In den 1970er Jahren gründeten sich erneut Rote-Hilfe-Strukturen, die später in der Roten Hilfe e.V. aufgingen. Die Rote Hilfe ist mit 6500 Mitgliedern eine bundesweit aktive, strömungsübergreifende linke Solidaritätsorganisation, die in etwa 50 Städten mit eigenen Ortsgruppen präsent ist. Sie unterstützt linke AktivistInnen, die von staatlicher Repression betroffen sind, leistet Informationsarbeit durch Rechtshilfetipps und tritt mit politischen Kampagnen gegen Gesetzesverschärfungen und Überwachung an die Öffentlichkeit.

Mit dem Vortrag sollen die Arbeit der RHD in der Weimarer Republik thematisiert und der vergessene Widerstand der Roten Hilfe während des Nationalsozialismus in Erinnerung gerufen werden. Allgemeine Strukturen und Arbeitsschwerpunkte der linken Solidaritätsorganisation im Untergund werden ebenso aufgezeigt wie Aktivitäten aus dem Bodenseegebiet. Ein Brückenschlag zur heutigen Roten Hilfe e.V. soll Kontinuitäten und Unterschiede in der Antirepressionsarbeit aufzeigen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem RLC Bodensee, mit der Roten Hilfe Bodensee und dem Hans-Litten-Archiv e.V.

Foto von Flats! auf flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

 

Zeitraum

11.06.2014, 18:00 Uhr - 11.06.2014

Adresse

Wahlkreisbüro Annette Groth, MdB (DIE LINKE)
Wilhelmstr. 31
88045
Friedrichshafen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag / Diskussion

Themenkategorien

Antifaschismus
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/51067/helft-den-gefangenen-in-hitlers-kerkern-die-rote-hilfe-deutschlands-im-antifaschistischen-wider.html

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