Vsa klein das morgen

»Denken heißt Überschreiten. So jedoch, dass Vorhandenes nicht unterschlagen, nicht überschlagen wird. Weder in seiner Not, noch gar in der Bewegung aus ihr heraus. Weder in den Ursachen der Not noch gar im Ansatz der Wende, die darin heranreift. Deshalb geht wirkliches Überschreiten auch nie ins bloß Luftleere eines Vor-uns, bloß schwärmend, bloß abstrakt ausmalend. Sondern es begreift das Neue als eines, das im bewegt Vorhandenen vermittelt ist, ob es gleich, um freigelegt zu werden, aufs Äußerste den Willen zu ihm verlangt.« (Bloch 1985: 2)

„Linkes Nachdenken über Transformationen als sorgfältig zu analysierende reale gesellschaftliche Übergänge, die jede und jeden einzelnen betreffen, und über Transformation als strategisches Konzept zielt auf Zukünftiges, das in der Gegenwart bereits rumort. Darauf verweist der Titel des Buches von Dieter Klein: Das Morgen tanzt im Heute.
Aber ist dies vielleicht doch nur eine Hoffnung und nicht mehr? Ist das Neue angesichts finanzkapitalistischer Übermacht schon längst in aussichtsloser Position und im Chaos von globalen Krisen bereits aufgerieben? Oder ist gerade in solcher Situation eine kategorische Verpflichtung der Linken, sich von Negativszenarien nicht entmutigen zu lassen, jede Chance des Übergangs zu einer besseren Gesellschaft in den gegebenen Verhältnissen zu erfassen und den heute möglichen Schritten eine weiterführende - transformatorische - Perspektive zu eröffnen?
Mit solcher Sicht und daran orientiertem Handeln emanzipatorischer Kräfte könnte sich die jüngste mehrdimensionale Gesellschaftskrise, die mit dem Formwandel der Finanzkrise von der Bankenkrise zur Staatsschuldenkrise und dem äußerst instabilen Abklingen der Weltwirtschaftskrise keineswegs beendet ist, als Beginn eines fundamentalen Einschnitts in die globale Entwicklung erweisen." (Klein 2013, 7)

Dieter Klein wird in seinem Vortrag über das Konzept der „doppelten Transformation" aufzeigen, dass bereits in der jetzigen postneoliberalen bürgerlichen Transformation Tendenzen zu beobachten sind, die eine progressive gesellschaftliche Entwicklung erwarten lassen. Für emanzipatorische Kräfte gilt es diese Prozesse zu erkennen und zur Entfaltung zu bringen. Damit würde schon im Heute eine systemüberschreitende Gesellschaftsformation sichtbar werden. Dieter Kleins Gedanken sind damit letztlich ein Plädoyer für die Suche nach "konkreter Utopie" - im besten Bloch'schen Sinne.

Der Vortrag steht im Zusammenhang mit dem am Freitag, 22.11.2013 stattfindenden Workshop mit Matthias Mayer zu Ernst Blochs Schrift "Geist der Utopie" (1918) und seinem Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" (1948).

Zum Autor: Dieter Klein ist Sozialwissenschaftler und Senior Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin. Er ist der Autor des Buches: "Das Morgen tanzt im Heute. Transformation im Kapitalismus und über ihn hinaus."

Kontakt:
RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart
Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

 

Zeitraum

21.11.2013, 20:00 Uhr - 21.11.2013

Adresse

Uni Tübingen, Neue Aula, HS 1
Wilhelmstr. 7
72072
Tübingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag

Themenkategorien

Ökonomie / Finanzen

Website

http://www.bawue.rosalux.de/event/49428/das-morgen-tanzt-im-heute-transformation-im-kapitalismus-und-ueber-ihn-hinaus.html

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