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Im Anschluss an die Finanzkrise im Jahr 2007/2008 gab es Debatten über das Ende des Neoliberalismus und Finanzkapitalismus. Dies führte jedoch nicht zu tiefgreifenden Veränderungen. Ganz im Gegenteil: der Bankensektor blieb nahezu unberührt. Die Troika - die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB ) und der Internationale Währungsfonds (IWF) - nutzten die günstige Situation, um wohlfahrtsstaatliche Strukturen weiter abzubauen und damit letztlich auch die Gewerkschaftsbewegung zu schwächen. Vor allem in Südeuropa, in Griechenland, Italien und Portugal, wurden so genannte Strukturanpassungsprogramme eingesetzt, welche Privatisierungen und Kürzungen der Löhne im öffentlichen Sektor, Rentenkürzungen usw. mit sich brachten. Gleichzeitig wurden Arbeitsrechte abgebaut, während prekäre Beschäftigungsverhältnisse, der Niedriglohnsektor und die Arbeitslosigkeit anstiegen. Diese Sparpolitik betrifft nicht nur die Lebensbedingungen von Tausenden von Menschen in Europa, sondern auch die europäische Arbeiterbewegung.

Asbjørn Wahl ist der Ansicht, dass die Gewerkschaftsbewegung in Europa eine offensivere Rolle einnehmen sollte. Sie wäre in der Lage eine breite politische Perspektive in den sozialen Kämpfen anzubieten. Bis jetzt haben die meisten der europäischen Gewerkschaftsorganisationen nicht die Möglichkeiten und das Potenzial genutzt, das sie eigentlich haben. Es ist dringend notwendig, eine europäische Arbeiterbewegung aufzubauen - nicht zuletzt wegen des rasanten Aufstiegs von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa.

Asbjørn Wahl ist Koordinator der Kampagne für den Wohlfahrtsstaat in Norwegen und Berater der Norwegischen Gewerkschaft der Kommunalbeschäftigten. Er ist darüber hinaus stellvertretender Vorsitzender der Sektion Straßentransport der Internationalen Transportarbeiter-Föderation.

Er hat im Februar 2014 einen Artikel auf monthly Review veröffentlicht, in dem er die politische Krise und den zunehmenden autoritären Charakter der EU analysiert: European Labor. Political and Ideological Crisis in an Increasingly More Authoritarian European Union.

Er ist darüber hinaus Autor des Buches Der Aufstieg und Fall des Wohlfahrtsstaates (Pluto Press 2011).

Der Vortrag ist auf englisch und wird übersetzt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem DGB Kreisverband Tübingen und dem Hochschulinformationsbüro (HIB) des DGB Reutlingen/Tübingen.

Bild: Demonstration by the European Trade Union Confederation (ETUC) in Budapest, "No to Austerity - For Social Europe, for Fair Pay and for Jobs," April 9, 2011. Habeebee auf flickr.com: CC BY-NC-ND 2.0

Zeitraum

09.05.2014, 19:00 Uhr - 09.05.2014

Adresse

Bürgerheim
Schmiedtorstr. 2
72070
Tübingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag / Diskussion

Themenkategorien

Globalisierung / Entwicklung / Migration
Soziales / Arbeit
Ökonomie / Finanzen
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.bawue.rosalux.de/event/50640/die-politische-krise-in-europa-und-die-rolle-der-gewerkschaften.html

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