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Mit Prof. Christoph Butterwegge

Mittlerweile ist das unter dem Kürzel «Hartz IV» bekannte Gesetzespaket zehn Jahre lang in Kraft. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wurde damit eine für Millionen Menschen in Deutschland existenziell wichtige Lohnersatzleistung, die Arbeitslosenhilfe, faktisch abgeschafft und durch eine bloße Fürsorgeleistung, das Arbeitslosengeld II, ersetzt. Aber mehr als das: Durch die Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, die Hartz-Reformen und vor allem das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt ist Deutschland zu einer anderen Republik geworden. Denn dieses Gesetzespaket hat nicht bloß das Armutsrisiko von (Langzeit-) Erwerbslosen und ihren Familien spürbar erhöht, sondern auch einschüchternd und disziplinierend auf viele Beschäftigte gewirkt.

Belegschaften, Betriebsräte und Gewerkschaften wurden genötigt, Lohn- und Gehaltseinbußen sowie schlechtere Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Ein ausufernder Niedriglohnsektor, der mittlerweile fast ein Viertel aller Beschäftigten umfasst, gehörte ebenso zu den Folgen wie soziale Eiseskälte, Entsolidarisierungs- und Entdemokratisierungstendenzen.

Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Kürzlich ist sein Buch „Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik?" (290 Seiten; 16,95 Euro) bei Beltz Juventa erschienen.

Bild: Dirk Grund, flickr / CC BY-NC-ND 2.0

Zeitraum

23.07.2015, 17:00 Uhr - 23.07.2015, 19:00 Uhr

Adresse

Musikmuschel
Uferstraße
88045
Friedrichshafen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag

Themenkategorien

Soziales / Arbeit
Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/53811

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