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«Stuttgart 21», die Organisierung von Protest und die Re-Artikulation des Politischen
Mit Dr. Klaus Schönberger, Dr. Annette Ohme-Reinicke, Dr. Achim Schmitz, Alexander Schlager

Die Protestbewegung gegen «Stuttgart 21» hat das Gesicht der Stadt verändert und bundesweit für Aufsehen gesorgt. Hervorgehoben werden ihre Breite, ihre Buntheit und ihre Vielfältigkeit. In einem Film des Autors Hermann Abmayr wird sie als «neue Demokratiebewegung» porträtiert.

In der Veranstaltung wollen wir versuchen, uns diesem Phänomen zu nähern. Wir wollen fragen, worin das innovative und emanzipatorische Potential der Bewegung gegen «Stuttgart 21» liegt.

Historisch-vergleichend nähert sich Annette Ohme-Reinicke der Thematik, indem sie die Bewegung gegen «Stuttgart 21» in die lange Protestgeschichte gegen technische Großprojekte einordnet. Anhand einer Rekonstruktion des Technik- und Fortschrittsverständnisses der verschiedenen Akteure - von der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung bis hin zu frühen Umweltschutzgruppen - werden sowohl die heutigen Positionen zu «Stuttgart 21» als auch die Frage danach, welche Vorstellung von Emanzipation in den verschiedenen Bewegungen handlungsleitend waren rekonstruiert.

Klaus Schönberger ordnet die Bewegung gegen «Stuttgart 21» in die Debatte um neue soziale Formen der Organisation des Protestes und des Politischen ein. Er diskutiert das Verhältnis von Organisation und Koordination, von Mannigfaltigkeit und Vereinheitlichung, von Demokratie und Macht innerhalb der Protestbewegung. Seine These: «Das Politische, das Dagegensein konstituiert hier keinen Anspruch mehr auf Macht, auf Hegemonie, sondern will diese Hegemonie destruieren und die Macht abschaffen».

Achim Schmitz und Alexander Schlager stellen die Ergebnisse einer Studie vor, die sie gemeinsam im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung aktuell durchgeführt haben. In dieser Studie wird auf empirischer Grundlage nach den Spezifika der Bewegung, ihrer Organisationsform und den handlungsleitenden Motiven der verschiedenen Akteure gefragt.

Dr. Annette Ohme-Reinicke ist Soziologin und Lehrbeuaftragte am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Sie beschäftigt sich insbesondere mit dem Verhältnis sozialer Bewegungen zu Technik. Sie ist Autorin des Ende 2011 erscheinenden Buches «Das große Unbehagen. ‹Stuttgart 21›: Aufbruch zu neuem bürgerlichem Selbstbewusstsein?» (Stuttgart: Schmetterling-Verlag, 2011).

Dr. Klaus Schönberger ist Kulturwissenschaftler; seit 2009 Dozent für Kultur- und Gesellschaftstheorie an der Zürcher Hochschule der Künste. Er forscht über soziokulturellen Wandel und Internetnutzung, den Wandel der Arbeit sowie über Formen und Inhalte des Protestes sozialer Bewegungen. Zum Thema veröffentlichte er u.a.: Klaus Schönberger/Ove Sutter (Hg.): «Kommt herunter, reiht Euch ein ... Eine kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen» (Berlin: Assoziation A, 2009).

Dr. Achim Schmitz ist Sozialwissenschaftler und Sozialpädagoge, lebt in Stuttgart und ist seit über 20 Jahren in der Friedensbewegung aktiv. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die friedenspolitische Jugend- und Erwachsenenbildung und die Friedens- und Konfliktforschung. Er war/ist Lehrbeauftragter an den Fachhochschulen Potsdam und Düsseldorf, Hochschule Vechta und an der PH Schwäbisch Gmünd. Er betreibt in Stuttgart das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK).

Alexander Schlager ist Soziologe und Büroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.
Kontakt

RLS-Regionalbüro Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart

Telefon: 0711 99797090
Fax: 0711 99797091
Email: schlager@rosalux.de

Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturzentrum franz.K

Zeitraum

11.10.2011, 20:00 Uhr - 11.10.2011, 22:00 Uhr

Adresse

Kulturzentrum franz.K
Unter den Linden 23
72762
Reutlingen
Deutschland

Eingetragen von

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Aktionsform

Vortrag/Diskussion

Themenkategorien

Politik / Demokratie / Recht

Website

http://www.bw.rosalux.de/event/44031

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